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SCHWÄBISCHE Zeitung bad Wurzach: Blutritt lockt wieder Tausende Gläubige nach Bad Wurzach

14.07.2014

Bad Wurzach sz. Für viele Blutreiter ist der Bad Wurzacher Blutritt alljährlich ein ganz besonderes Erlebnis. Die einen beten in den Fluren hoch zu Ross einen Rosenkranz, andere preisen mit Liedern den Herren. Wiederum andere genießen – abgesehen vom Hufgeklapper – die Stille, sind einfach mit sich und ihren Gedanken allein. Auch gestern sind wieder mehr als 1500 Reiter und mehrere Tausend Wallfahrer zum Heilig-Blut-Fest nach Bad Wurzach gekommen.

Mag mancher Reiter oder Wallfahrer am Freitagmorgen noch einen bangen Blick gen Himmel geworfen haben, so blieb es trotz anderslautender Prognosen tatsächlich trocken. Sogar vereinzelte Sonnenstrahlen wagten sich im Laufe des Vormittags durch die dicke Wolkendecke. Der Blutritt konnte als ungestört von äußeren Einflüssen über die Bühne gehen. So zogen ab sieben Uhr Pferde, Reiter und Musiker durch die Straßen Bad Wurzachs. Gesegnet wurden sie von Paulus Maria Weigele, Altabt von Ottobeuren, mit der Heilig-Blut-Reliquie. Um kurz nach halb elf ritten die Blutreiter aus Rot an der Rot als letztes am Wegkreuz des Gottesberges vorbei, dann konnte der Pontifikalgottesdienst unter freiem Himmel gefeiert werden. Pater Karl Niederer, Superior des Gottesbergs, ließ die Blicke der Gläubigen zunächst zum Turm der Gottesberg-Kirche schweifen. „Der ist schief, da braucht man keinen Winkel“, machte er auf die anstehende Renovierung aufmerksam. Die gesammelten Kollekte kommen deshalb der Gottesberg-Kirche zugute. Paulus Maria Weigele sagte in seiner Predigt, dass „Blut und Leben einfach zusammengehören“. Dies sehe man Tag für Tag wenn man den Fernseher einschalte. Weigele gab sich in seiner Ansprache durchaus gesellschaftskritisch, sprach von einem „glaubensmüden Europa“ und davon, dass heutzutage viel Geld für Psychotherapeuten oder Lebensberater ausgegeben werde. Für Geld könne man sich jedoch nicht Schuld und Sünde abnehmen lassen, „das kann nur Geschehen im Feuer des Geistes“. Für die Einsatzkräfte verlief der Blutritt erfreulicherweise ruhig. Laut DRK kam es zu keinen größeren Zwischenfällen, lediglich Kleinigkeiten wie Kreislaufprobleme mussten behandelt werden. Auch die Einsatzleiterin der Malteser-Sanitätsreiterstaffel, Elke Schneider, war zufrieden. „Wenn wir nicht gebraucht werden, ist das immer eine super Sache.“
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