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Malteser in Überlingen

SÜDKURIER Überlingen: Erste Wohngemeinschaft für Senioren hat Erfolg

13.08.2014
Sie fühlen sich in ihrer Wohngemeinschaft wohl und gut betreut: Gerda Steinhilber (71) und Gerhard Karger (81) leben mit vier weiteren Seniorinnen und Senioren in einer großen Sechs-Zimmer-Wohnung in der St. Ulrich-Straße. Angelika Merk ist Sprecherin des WG-Beirats, Angela Strohschneider und Dagmar Siemes gehören zum Betreuungsteam der Malteser (hinten von links). Bild: walter
Überlingen - In der St. Ulrich-Straße gibt es in Überlingen die erste Wohngemeinschaft für Senioren. Nach einem Jahr hat sich das Modell der Malteser absolut bewährt. Sechs Frauen und Männer im Alter von 70 bis 81 Jahren leben in der WG zusammen und können rund um die Uhr betreut werden. Ganz so turbulent wie in dem aktuellen Kinofilm „Wir sind die Neuen“ geht es in der ersten Überlinger Senioren-Wohngemeinschaft (WG) in der St. Ulrich-Straße zwar nicht zu. Aber ganz gut drauf sind die meisten der sechs Bewohner im Alter zwischen 70 und 81 Jahren auch, die von den Maltesern hier seit etwa einem Jahr betreut und begleitet werden. Angela Strohschneider und Dagmar Siemes zeichnen sich von Seiten des Dienstleisters für die neue Einrichtung verantwortlich. „Herzlich willkommen zuhause“, sagt Gerhard Karger (81), ein Bewohner, der kurz nach dem Mittagessen gemütlich auf einem Sofa sitzt. Das tut er nicht immer. Denn Karger hält den Garten in Schuss, mäht regelmäßig den Rasen. „Wer Lust hat, der kann etwas tun und gerne einen Beitrag leisten“, sagt Dagmar Siemes: „Die Leute werden so aktiviert und motiviert.“ Die beiden Mitarbeiterinnen der Malteser sehen in dem Konzept eine echte Alternative zum Altenheim, die für viele Senioren geeignet sein könnte. Die Alltagsbegleiter sind im Schichtwechsel rund um die Uhr vor Ort und machen alleine oder auch gemeinsam mit den Bewohnern Einkäufe und andere Erledigungen. Mehrmals täglich kommen die Pflegefachkräfte ins Haus. Die Bewohner werden angeregt, können noch vieles selbst erledigen und bekommen bei Bedarf Unterstützung. „Für meinen Vater wäre ein Altenheim im Moment nichts gewesen“, erklärt Angelika Merk, die zugleich das offizielle Sprachrohr der Bewohner ist, wenn sie sich irgendwo nicht richtig oder laut genug artikulieren können. Ganz alleine hätte Gerhard Karger allerdings auch nicht mehr wohnen können. „So präsent zu sein wie die 24-Stunden-Betreuung hier, das hätte ich nicht mehr geschafft“, sagt die Tochter ganz offen. Die Gemeinschaft verfügt über eine Erdgeschosswohnung mit sechs Zimmern, die insgesamt 186 Quadratmeter hat. Es wohnen hier derzeit sechs Frauen und Männer im Alter zwischen 70 und 81 Jahren. Ihr Pflegebedarf variiert stark und liegt zwischen Stufe 1 und 3. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat nicht nur ein eigenes, individuelles Zimmer, sondern auch einen persönlichen Mietvertrag mit dem Vermieter. Betreuung und Pflege stellen die Malteser mit ihrem ambulanten Dienst bereit und richten sich nach den individuellen Anforderungen. Rund um die Uhr ist eine Mitarbeiterin im Schichtdienst präsent. Ganz bewusst wird bei diesem Konzept der Heimstatus und ein daraus resultierendes Abhängigkeitsverhältnis dadurch vermieden, dass Vermieter und Dienstleister nicht identisch sind. Probewohnen ist möglich „Jeder wohnt in seinem Zimmer“, sagt Betreuerin Angela Strohschneider: „Doch wir machen vieles gemeinsam.“ Auch ein Zivildienstleistender steht noch zur Verfügung. Je nach Lust und Laune kochen die Bewohner gemeinsam mit den Betreuerinnen, backen Kuchen und waschen manchmal selbst. Wer sich nicht vorstellen kann, wie sich so eine Wohngemeinschaft anfühlt, wer noch nicht weiß, ob er sich vielleicht damit anfreunden könnte, der darf auch mal Probewohnen, wenn ein Platz frei ist. „Man kann beobachten, wie die Menschen, die vorher alleine gelebt haben, sich in der Gemeinschaft entwickeln und wieder mehr am Leben teilnehmen“, betont Dagmar Siemes. Es gibt Gedächtnistraining, Gymnastik und gemeinsame Spiele. Das Konzept der Wohngemeinschaften Bei der Wohngemeinschaft (WG) für Senioren trennen die Malteser ganz bewusst die separate Vermietung eines Zimmers an jeden Bewohner durch den Eigentümer und die Dienstleistung, die sie für die Begleitung, Betreuung und die ambulante Pflege erbringen. Dadurch soll ein Abhängigkeitsverhältnis vermieden werden. Die Bewohner werden aktiviert und motiviert, möglichst viele Dinge des täglichen Lebens selbst zu erledigen. Doch bei Bedarf steht rund um die Uhr eine Betreuung für die Bewohner der WG bereit. Die Malteser haben ein eigenes Handbuch für Qualitätsmanagement, dem auch die Arbeit in den Wohngemeinschaften unterliegt. (hpw)
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