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Malteser in Überlingen

SCHWAEBISCHE Zeitung Ravensburg: 1000 Gäste kommen zur Geschwisterzeit

21.09.2015
Im Ravensburger Spieleland haben alle ihren Spaß, und Verena Bentele ist mittendrin.(Foto: wie)

Liebenau. Die vierte Geschwisterzeit haben die St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau, St. Jakobus Behindertenhilfe, St. Elisabeth-Stiftung und der Malteser Hilfsdienst zusammen mit dem Ravensburger Spieleland ausgerufen und große Resonanz erfahren. „Das ist so cool“, sagen Lilly und Hannah aus Leutkirch, die mit ihrem Bruder Felix gekommen sind, der eine Behinderung hat. Für die beiden Jugendlichen ist es nicht das Zuhause, in dem sie sich benachteiligt fühlen oder zurückstecken müssen, „denn das ist ganz normal für uns“. Sie werden durch jene belastet, die mit dem Finger auf ihren Bruder zeigen, dann „wächst so richtig die Wut in uns“. Oft aber benötigt ein krankes oder behindertes Geschwisterkind einfach mehr Aufmerksamkeit und Hilfestellung, und aus diesem Grund müssen gesunde Geschwister hinten anstehen. Das kennt auch Verena Bentele, die selbst zwei Brüder hat, von denen einer blind ist wie sie und die seit zwei Jahren Schirmherrin ist fürs Projekt. „Inklusion ist genau das, was das Spieleland hier macht und was die Welt draußen braucht“, freute sich die junge Frau, die heute in „Berlin der Kanzlerin im Ohr sitzt“.

So hat es Christoph Gräf von der St. Gallus-Hilfe am Sonntag bei der Begrüßung den vielen Gästen erklärt, die zur Geschwisterzeit ins Spieleland nach Liebenau gekommen sind: „Heute ist sie unsere Familienministerin und die Schirmherrin für unsere Veranstaltung.“ Ein Memory-Kärtchen gab es für jede Familie beim Empfang, und es galt den Partner mit der selben Karte zu finden. Gelang dies, gab 's ein Geschenk vom Spieleland zur Erinnerung obendrauf. Durchs ganze Spieleland zog Verena Bentele mit den Gastgebern und Gästen und mit ihr Melissa Kurth aus Meckenbeuren. An Achromatopsie leiden sie und ihre kleine Schwester Sophia, was sie fast blind macht. Nur „zwölf Prozent der Sehkraft sind den Mädchen geblieben“, erklärte die Mutter den Gendefekt und tauschte sich rege mit Verena Bentele aus. „Es ist sehr schön, Familien kennenzulernen mit Kindern die Einschränkungen haben wie wir“, freute sie sich, „und einfach angenehm, auf Gleichgesinnte zu treffen“. Mit Melissa stieg Verena Bentele bei der „Kleinen Maus“ ein und flog mit ihr hinauf in die Höhe.

Begeistert vom schönen Tag im Spieleland zeigte sich auch Wolf-Dieter Korek von der St. Elisabeth-Stiftung, der sich darüber freute, dass nun auch im Landkreis Biberach Angebote für die Geschwisterzeit gemacht werden können.

Verena Bentele lädt alle Schulen ein, die sich für behinderte Kinder einsetzen, sich um den „Jakob Muth-Preis“ zu bewerben. „Nach Baden-Württemberg wurden bisher viel zu wenig Preise vergeben“, sagt sie.

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