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Malteser in Überlingen

SCHWAEBISCHE Zeitung: Biberach - Malteser suchen Fahrer für den Kirchfahrdienst

12.02.2019

Mit einer Gehbehinderung werden auch kürzere Strecken viel zu lang: Der Weg zur Sonntagsmesse, den man früher zu Fuß oder im eigenen Auto zurücklegte, ist dann nicht mehr zu bewältigen. Hier möchten die Biberacher Malteser helfen. Seit vergangenem Jahr bieten sie einen Kirchfahrdienst an. Dringend gesucht werden jetzt weitere Fahrer aus dem ganzen Landkreis, die bereit sind, jemanden mit in die Messe zu nehmen, berichtet der Malteser-Kreisbeauftragte Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin.

Im vergangenen Sommer starteten die Malteser ihr Fahrdienstprojekt. Ursprünglich war nicht nur die Mitnahme zur sonntäglichen Messe, sondern auch zum Einkaufen im Supermarkt geplant. Doch es mangelt an Fahrern, wie der Malteser-Kreisbeauftragte, Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin, berichtet. Und die wenigen Fahrer, die zur Verfügung stünden, seien in der Regel berufstätig, erläutert er die Schwierigkeit, unter der Woche Einkaufsfahrten zu organisieren. Deshalb konzentriere man sich nun erst einmal auf das Mögliche, sprich darauf, den Mitnahmedienst zur Kirche aufzubauen, sagt von Brandenstein-Zeppelin. „Wir stellen dieses Angebot in den Vordergrund.“

Angebot startete in Mittelbiberach

In Mittelbiberach ist der Kirchfahrdienst bereits angelaufen. Drei ältere Damen mit Gehbehinderung nutzen diese Möglichkeit derzeit. „Sie sind dankbar, wenn sie zur Messe gefahren werden“, berichtet von Brandenstein-Zeppelin. Für die älteren Menschen sei es mehr als eine bloße Mitfahrgelegenheit. „Man kommt ins Gespräch“, erzählt der Malteser-Kreisbeauftragte, der selbst schon Menschen mit Gehbehinderung mit zur Kirche genommen hat. „Die älteren Leute öffnen sich und erzählen aus ihrem Glaubensleben, es ist eine schöne Gelegenheit, miteinander so sprechen zu dürfen.“

Die Malteser suchen nun dringend weitere Fahrer, die bereit sind, jemanden in ihrem Privatauto mit in die Kirche zu nehmen. Dabei handelt es sich um eine ehrenamtliche Aufgabe, für die es kein Entgelt gibt. „Es geht nach dem Motto täglich eine gute Tat“, sagt von Brandenstein-Zeppelin. „Gesucht werden Fahrer, die am Sonntag ohnehin die Messe besuchen und ein Herz für Menschen mit Behinderung haben.“

Auch an Menschen mit stärkeren Einschränkungen ist beim Kirchfahrdienst gedacht. „Wir haben ein altes Malteserfahrzeug, in dem wir auch Personen im Rollstuhl transportieren können, und wir haben jemanden, der es fährt“, berichtet von Brandenstein-Zeppelin. Gesucht werde noch eine zweite Begleitperson, die benötigt werde, wenn Menschen mit schwererer Behinderung transportiert werden sollen.

Wer Interesse hat, sich zu engagieren – als Fahrer im Privatauto oder als Begleitperson –, kann sich im gräflichen Sekretariat in Mittelbiberach melden. Elfriede Trittler koordiniert den Dienst. „Je mehr Fahrer wir haben, desto breiter können wir dieses Angebot machen“, sagt von Brandenstein-Zeppelin. Das Ziel sei, das Angebot auf den gesamten Landkreis auszudehnen. „Wir hoffen jetzt, dass sich viele Fahrer bei uns melden“, sagt er. Sollte es sehr gut laufen, könnten auch die Einkaufsfahrten eines Tages wieder ein Thema werden.

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