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Malteser in Überlingen

SCHWAEBISCHE Zeitung Friedrichshafen: Geschäfte und Organisationen bieten Lieferservice

20.03.2020

Nicht jeder kann, sollte oder darf noch einkaufen gehen. Für alle die bieten verschiedene Geschäfte und Dienstleister Lieferservice an, übernehmen die Einkäufe und versorgen die Menschen. Ganz ungeachtet, dass das auf privater Ebene ebenfalls umfangreich funktioniert. Es gibt aber auch denkwürdige Beobachtungen dabei.

Christoph Barbknecht, Inhaber des Rewe-Lebensmittelmarktes in Kluftern, bietet einen Einkaufs-, Abhol- und auch Lieferservice an. „Das machen wir aufgrund der Corona-Pandemie und stellen fest, dass die Leute auch tatsächlich anrufen“, sagt er. Als positive Reaktion haben sich bereits fünf Kluftinger bei ihm gemeldet, die die Fahrten übernehmen könnten, das zumindest angeboten haben. Allein wird Christoph Barbknecht mit dem Lieferservice ansonsten auch Probleme haben. Und die ersten Fahrten sind bereits erledigt.

Auf der anderen Seite aber stellt er immer wieder fest, dass gerade ältere Menschen ungeachtet der Risiken zu ihm kommen, Einkaufen gehen und dann – auch das unverständlich – auf Familien treffen, die zum Einkauf noch ihre Kinder mitnehmen würden. „Vor kurzem habe ich einen über 90-Jährigen im Laden gehabt, der meinte, das mache ihm doch alles nichts. ,Wenn ich’s bekomm, dann krieg ich’s halt’, hat der gesagt“, erzählt Christoph Barbknecht.

Solche und ähnliche Fälle gebe es eine ganze Reihe. Vor der Corona-Krise seien die Menschen zu ihm in den Laden gekommen, um sich zu treffen. Das sei schon so etwas wie ein sozialer Treffpunkt gewesen. Das sei jetzt aber anders. Die Leitung eines nahegelegenen Hauses für Betreutes Wohnen unterdessen den Bewohnern mitgeteilt, dass es untersagt sei, in den Laden zu gehen. Die Bestellungen würden gesammelt und die Ware werde dann von der Hausleitung morgens eingekauft.

Christoph Barbknecht appelliert aber auch an Eltern, ihre Kinder nicht für ein Töpfchen Sahne einkaufen zu schicken. Man solle sich einfach an die Regeln halten.

 

Auch die Malteser liefern Einkäufe nach hause. Gabriele Sonntag, Leiterin der Dienststelle Friedrichshafen ist gewappnet. 65 Fahrzeuge stehen den rund 80 Fahrern zur Verfügung, auf die sie zurückgreifen kann. Seit jeher sind die mit Desinfektionsmittel ausgestattet, die Fahrer kennen sich mit dem Thema aus. „Und die ersten Bestellungen haben wir auch schon bekommen. Die Menschen sagen uns, was sie gerne habe wollen. Und wir gehen für sie einkaufen und liefern ihnen die Lebensmittel.“, sagt Gabriele Sonntag.

Dabei gibt es bestimmte Bedingungen zu beachten. Die Einkaufszettel sollten telefonisch durchgegeben werden, Rezepte holen die Malteser ab. „Wir kaufen in haushaltsüblichen Mengen mit angemessener Vorratshaltung ein, keine Hamsterkäufe!“, schreiben die Malteser auf der Facebookseite. Marken- und Supermarktwünsche können ebenso nicht entgegen genommen werden. „Wir kaufen Nudeln im nahegelegensten Supermarkt, ohne Rücksicht auf gewünschte Produkte“, heißt es verständlicherweise. Auf Allergien oder Unverträglichkeiten nehmen die Einkäufer selbstverständlich Rücksicht, auch die Hygienevorschriften des RKI werden von den Lieferservice-Fahrern beachtet. Das gilt auch für die Fahrer bei Barbknecht in Kluftern.

Um unverantwortlichem Verhalten vorzubeugen, nehmen die Malteser keinerlei Begleitung zum Einkauf mit und ein Einkauf am selben Tag kann nicht garantiert werden. Zuletzt sollte bei allen Lieferserviceangeboten der Einkaufsbetrag möglichst genau bereitgehalten werden.

Einen Lieferservice hat auch Hannes Weber eingerichtet. Die Idee dazu hatte im Prinzip eine Kundin, die danach fragte. Einige Mitarbeiter, die bereits in Kurzarbeit waren, wurden zurückbeordert und fahren jetzt. Die Regeln sind auch hier sehr einfach. Anrufen ab 8 Uhr, ausgeliefert wird von 9 bis 18 Uhr und gezahlt wird, was bestellt ist. Ab 15 Euro Bestellwert sind die Lieferfahrten kostenlos, darunter kosten sie fünf Euro. Besondere Beobachtungen aber hat Hannes Weber in den Cafés seiner Backstuben auch gemacht.

„Die Leute kamen scharenweise ins Café am Sonntag. Daher haben wir schon Montag die Cafés geschlossen.“ Und das auch wegen der Mitarbeiter einiger benachbarter Industriebetriebe. Als die ihre Kantinen geschlossen hätten, seien die Mitarbeiter vermehrt in sein Café am Flughafen gekommen. Wer sieht, dass im Laden bereits drei Menschen einkaufen, sollte einfach kurz vor der Türe warten, rät Weber seinen Kunden und versichert, dass es keinen Grund gibt, Hamsterkäufe zu tätigen. „Was soll denn eine Rentnerin mit fünf Kilo Brot?“, fragt er und bittet um einen ganz normalen Einkauf.

Hilfsangebote

Auf seiner Internetseite hat das Stadtforum eine Liste mit Häfler Firmen eingerichtet, die Lieferservices oder ähnliches anbieten. Die Liste wird ständig aktualisiert und fortgeschrieben. Es handelt sich dabei nicht ausschließlich um Lebensmittelgeschäfte:

www.stadtforum-friedrichshafen.de

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